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Analyse | Tradingergebnisse auswerten - Monatsauswertung und Häufigkeitsverteilung

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Trading ist für mich ein Geschäft, das im wesentlichen auf Psychologie und Statistik beruht. Wer Trading nicht als Geschäft ansieht, der wird früher oder später entweder Schiffbruch erleiden, oder irgendwann das Interesse daran verlieren. Erfolgreiches Trading erfordert professionelles Verhalten.

Erfolgreiche Trader gewinnen auch nicht immer, gewinnen aber auf lange Sicht, und sie wissen auch warum. Ein wichtiges Element dabei ist die Auswertung der Tradingergebnisse. Dies ist aber nur möglich, wenn Trader Ihre Trades protokollieren. Ein Weg dies zu tun, ist ein sogenanntes Tradingjournal oder auch Tradingtagebuch zu führen. Dabei geht es aber nicht einfach nur darum, alles Relevante zu protokollieren, denn das ist nur die halbe Miete. Die erfassten Trades müssen auch statistisch ausgewertet werden können. So können fundierte Einsichten gewonnen werden, die dann, wenn sie entsprechend umgesetzt werden, auch zu besseren Tradingergebnissen führen.

Das Tradingtagebuch für Trader stellt Ihnen dazu eine Vielzahl von Auswertungen zur Verfügung, wie z. B. statistische Kennzahlen und diverse Charts. In diesem Artikel möchte ich aber lediglich auf die neu hinzugekommenen Berichte „Ergebnis pro Monat“ und „Ergebnisverteilung (Histogramm)“ zu sprechen kommen. Dazu möchte ich die Charts an Hand eines Beispiels erklären.

Nehmen wir einfach mal an, wir haben das Zahlenmaterial eines Tradinganfängers vor uns und sehen uns für einen bestimmten Zeitraum sowohl die Monatsauswertung, als auch die Häufigkeitsverteilung seiner Tradingergebnisse an.

Die Abbildung 1 zeigt die Tradingergebnisse auf Monatsbasis. Auf der Y-Achse sind die kumulierten Ergebnisse in Euro aufgetragen, auf der X-Achse die laufenden Monate eines Jahres. Jeder Balken steht also für das Tradingergebnis eines Monats.

Ergebnisse auf Monatsbasis (3D-Balkenchart)

(Abbildung 1: Ergebnisse auf Monatsbasis als 3D-Balkenchart)

Dieser Trader hat also sein Trading sofort mit Verlusten begonnen. Das ist zwar erst mal nicht so erfreulich, denn es ist ja schließlich ein Verlust. Das Gute daran ist aber, dass dieser Trader gleich am Anfang seiner Karriere die Erfahrung gemacht hat, dass die Kurse eben nicht immer nur in eine Richtung laufen.

Wie auch immer, dieser Trader hat sich weitergebildet und gelernt, dass er Verluste begrenzen muss, wenn er langfristig Gewinne erwirtschaften will.

Die Abbildung 1 zeigt auch auf, dass die Verluste in der Folge weiter zurückgefahren werden konnten, und am Ende des Jahres hatte er sogar einen kleinen Gewinn zu verzeichnen.

Jetzt könnte man vielleicht denken: Das sieht gut aus. Irgendwas muss er richtig machen. Er ist wohl auf dem richtigen Weg.

Wenn man sich jetzt aber die Verteilung der Tradingergebnisse in Form eines Histogramms ansieht (Häufigkeitsverteilung), dann bekommt man doch Zweifel. Erfahrene Trader werden die Probleme, die aus dem Histogramm herauszulesen sind, wahrscheinlich sofort erkennen.

 

Ergebnis-Verteilung (Histogramm)

(Abbildung 2: Ergebnis-Verteilung als Histogramm)

Auffällig sind vor allem der relativ große Verlust bei 65 Euro, sowie die beiden Spitzen im Bereich von -10 Euro bis +5 Euro.
Wenn man beide Charts zusammen betrachtet, so kann man erkennen, dass der unverhältnismäßig hohe Verlust von 65 Euro direkt im ersten Monat angefallen sein muss. Dieser Verlust hätte in jedem Fall vermieden werden sollen.

Die Häufung der Verluste im Bereich bis -10 Euro ist dagegen positiv zu sehen, zeigt es doch, dass zumindest versucht worden ist, die Verluste zu begrenzen.

Die Häufung der Gewinne bis ca. 5 Euro ist dagegen kritisch zu sehen, denn das weist darauf hin, dass Gewinne vermutlich zu früh mitgenommen worden sind.

Wenn man die beiden Häufungen, die der Gewinne und Verluste, miteinander vergleicht, dann sieht man sofort, dass die durchschnittlichen Gewinne im Verhältnis zu den durchschnittlichen Verlusten zu gering sind.

Es wurden zwar mehr Gewinne eingefahren, als Verluste, dafür aber sind die durchschnittlichen Verluste größer ausgefallen als die durchschnittlichen Gewinne.

Unter dem Strich kann man also sagen, obwohl das Bild der Monatsauswertung durchaus vielversprechend aussieht, liegt doch noch einiges im Argen.

Die Begrenzung der Verluste sollte auf jeden Fall fortgesetzt werden. Auf der anderen Seite ist es aber dringend angeraten, die Gewinne weiter laufen zu lassen, wenn es denn die Marktbedingungen zulassen.

Wenn dieser Tradinganfänger konsequent an sich arbeitet, und den Grundsatz: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“ bei seinen Tradingaktivitäten weiter umsetzt, dann sollte auch weiteren Gewinnen nichts mehr im Wege stehen.

In der Folge würde sich das Histogramm weiter nach rechts verschieben. Bei den Ergebnissen dürfte es größere Ausreißer nur noch auf der rechten Seite, also auf der Gewinnerseite, geben. Auf der linken Seite, also auf der Seite der Verluste, dürfen keine Ausreißer mehr zugelassen werden, denn diese bringen die gesamte Performance in Gefahr.

Natürlich gibt es beim Trading noch eine ganze Menge mehr an Aspekten zu berücksichtigen. In diesem Artikel ging es aber lediglich darum, die neuen Auswertungen an Hand eines Beispiels zu veranschaulichen.

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