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Die Suche nach dem "Heiligen Gral"

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Wäre es nicht schön, wenn man ein Trading-System einsetzen könnte, das immer gewinnt, oder man einen Superindikator hätte, der immer rechtzeitig zum Ein- und Ausstieg klingelt? Das wäre wohl nicht schlecht, aber so etwas wird es wohl nie geben. Dafür sorgen schon die unterschiedlichen Interessengruppen derjenigen, die Börsenkurse maßgeblich beeinflussen können. Ohne auf die einzelnen Gruppen weiter einzugehen ist doch eines klar: Es gibt Zeiten, da fließt immer mehr Geld in das System hinein, und es gibt Zeiten, da fließt dasselbe Geld wieder hinaus. Wenn man daran erfolgreich teilhaben möchte, braucht man eine gute Strategie. Da kann man durchaus Parallelen zu Strategie-Spielen, wie z. B. Schach, ziehen.

Man sollte sich weiterhin bewußt machen, dass das Geschehen an der Börse zwar mit der Wirtschaft zu tun hat, aber eben nicht ausschließlich. Es geht nicht um die korrekte Preisgestaltung von Wertpapieren, oder die Einpreisung von irgendwelchen Wirtschaftsindikatoren, sondern um die handfesten Interessen der beteiligten "Kursmacher", also den Gruppen, die die Börsenkurse durch ihre Kapitalkraft so beeinflussen können, dass diese sich in die gewünschte Richtung bewegen. Daneben gilt es natürlich auch andere preisbeeinflussende Faktoren im Blick zu haben. Die Gewichtung der einzelnen Faktoren ändert sich auch im Laufe der Zeit. Nebenbei bemerkt: Natürlich kann auch ein ganz "Großer" mal komplett danebenliegen.

Wenn man sich das eigentliche Geschehen über einen längeren Zeitraum näher ansieht, dann erkennt man folgendes: Das einzige woran man sich wirklich halten kann sind die Kurse. Die Tendenz der Kurse kann entweder aufwärts, abwärts oder seitwärts gerichtet sein. Die Kursbewegungen als solche können kleineren oder größeren Schwankungen unterliegen, ohne das die eigentliche Grundtendenz verändert wird. Egal, welche Kursindikatoren man auch benutzt, alle beziehen sich auf die Kurse als Basis. Daraus kann man schon einmal die Schlußfolgerung ziehen: Es gibt kein "Besser", sondern immer nur ein "Anders". Es macht also Sinn sich neben den Kursen nur auf wenige ausgesuchte Indikatoren zu konzentrieren. Dabei muß man aber bedenken, dass die Performance eines Systems Schwankungen unterliegt. Ein System wird in bestimmten Marktphasen gut funktionieren, in anderen weniger gut. Damit man die Phasen des System übersteht an denen es weniger gut funktioniert braucht es ein wohl definiertes Money- und Risikomanagement. Aus den bisherigen Ausführungen lassen sich folgende Grundsätze ableiten:

  • Man sollte jeweils nur einen kleinen Teil des vorhandenen Kapitals einsetzen, damit man auch Verlustphasen gut überstehen kann.
  • Man sollte Verluste konsequent begrenzen und Gewinne möglichst laufen lassen!
  • Man sollte sich in erster Linie an der Kursentwicklung orientieren.
  • Man sollte nur wenige ausgesuchte Indikatoren benutzen und sich 100%ig damit vertraut machen.
  • Man sollte seine mentalen Fähigkeiten trainieren, damit man das eigene System, die eigene Methodik - unabhängig von Gewinnen oder Verlusten - immer gleichbleibend und konstant umsetzen kann.

Wenn man mit dem Trading genug Erfahrungen gesammelt hat, dann wird man vermutlich eines feststellen: Man kehrt immer wieder zu sich selbst zurück. Dabei ist die Fachkompetenz nicht so entscheidend wie die mentale Kompetenz. Wenn es also im Bereich Trading einen "Heiligen Gral" gibt, dann ist es der Trader selbst.

 

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