Trading ist reine Psychologie. Da niemand die Kurse zu 100 Prozent vorhersagen kann, wird es auch immer Trades geben, die nicht funktionieren, die also mit Verlust enden. Selbst, wenn ein Trader die Verluste begrenzt, können mehrere Verluste in Serie dazu führen, dass ein Trader die emotionale Kontrolle verliert, und dann in der Folge nicht mehr Setups, sondern Emotionen tradet – und ab dann wird es wirklich gefährlich.
Manche Trader meinen, dass sie beim Trading gegen die Märkte antreten. Sie sehen sich in einem Wettkampf mit den Märkten. Aber eigentlich sind die Märkte eher neutral. Es gibt immer Bewegung, und meistens erfolgen diese Bewegungen auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten – aber eben nicht immer. Wenn ein Markt z. B. bei der Eröffnung bullisch ist, dann kann vielleicht die Stimmung im Verlauf des Vormittages bereits wieder umkippen, um am Nachmittag sich wieder ins Gegenteil zu verkehren. Im Prinzip ist immer alles offen.
Die Frage ist, wie geht der Trader damit um? Kann ein Trader sich beständig an seinen Trading-Plan halten? Wie stark beeinflussen Gewinne und Verluste aus vergangenen Trades die nachfolgenden Trades? Wie stark beeinflussen offene Positionen die eigene Wahrnehmung des Marktes? Offene Positionen können die Fähigkeit, die Märkte relativ objektiv zu beurteilen, deutlich einschränken, vor allem dann, wenn sie sich im Verlust befinden. Da braucht es schon einen starken Willen, um das eigene Ego aus dem Trading herauszuhalten. Der Erfolg beim Trading hängt also in hohem Maße auch von den mentalen Fähigkeiten des Traders ab. So gesehen ist das Trading weniger ein Kampf mit den Märkten, sondern eher ein Kampf mit sich selbst.
Man muss einfach akzeptieren, dass Verluste zum ganz normalen Trading-Alltag dazugehören. Sie sind Bestandteil des Geschäfts, genauso, wie die Unsicherheit bei jedem Trade. Das muss man als Trader einfach aushalten und managen können.
Dabei geht es nicht um Perfektion. Das Ganze ist eher ein andauernder Prozess. Und da kann es nur förderlich sein, wenn man ein Leitbild hat, an dem man sich immer wieder ausrichten und orientieren kann – sozusagen das Ideal eines Super-Traders.
Sie können sich den Super-Trader entweder als imaginären Coach vorstellen, der Ihnen über die Schulter schaut und Sie bei Ihrem Trading unterstützt. Oder Sie sehen den Super-Trader einfach nur als Leitbild an, also als den Trader, der Sie sein wollen. Es ist also eine Zielvorstellung, das Idealbild, das Sie anstreben. Sie verinnerlichen sich einfach immer wieder die gewünschten Eigenschaften oder Fähigkeiten und versuchen sich mehr und mehr danach auszurichten. Das Ganze sollten Sie allerdings nicht allzu verbissen angehen, denn das wäre dann eher kontraproduktiv. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Der Super-Trader könnte z. B. folgende Eigenschaften bzw. Fähigkeiten besitzen:
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Gelassen wie ein ZEN-Meister
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Bewahrt Abstand zum Geschehen
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Kapselt sich von anderen Marktmeinungen ab
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Setzt entschlossen seine Trading-Ideen um
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Orientiert sich an dem, was er sieht
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Lässt sich weder von Angst, noch von Gier leiten
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Lässt sich vom Marktrauschen nicht verunsichern
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Verfügt über ein reichhaltiges Reservoire an Setups und hat ein feines Gespür dafür, wann mit welchem Setup zu agieren ist
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Nimmt dankbar an, was der Markt ihm gibt
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Setzt entschlossen und zielstrebig seine Pläne um
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Plant jeden Trade und konzentriert sich auf die Methodik
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Hält sich an die Prinzipien von Low-Risk und High Propability
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Ist unverwüstlich und widerstandsfähig
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Managt sein Risiko
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Minimiert Verluste
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Lässt Gewinne laufen
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Orientiert sich an Fakten, nicht an Schlagzeilen
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Behält immer den Überblick
Überlegen Sie sich doch einfach mal, welche Eigenschaften und Fähigkeiten Sie Ihrem Super-Trader geben würden. Nachfolgend ein Beispiel, ausgeführt als Konzentrationskreis:
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