Software-Entwicklung

Siegfried Münch

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Fehler beim Trading erkennen und beheben

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Trading ist einfach und kompliziert zugleich. Was auf den ersten Blick einfach erscheint, das entpuppt sich während der praktischen Durchführung als schwierige Angelegenheit. Nicht umsonst schafft es nur eine kleine Minderheit über längere Zeiträume kontinuierlich zu gewinnen, während die große Mehrheit eher verliert. Warum ist das so? Nun, vermutlich werden von der großen Mehrheit zu viele Fehler gemacht. Doch was ist denn eigentlich ein Fehler beim Trading? Hat ein Trader einen Fehler gemacht, wenn er mit einem Trade einen Verlust eingefahren hat? Oder liegt erst ein Fehler vor, wenn mehrere Verluste in Folge aufgetreten sind?

Was ist ein Trading-Fehler und wie kann ich ihn erkennen?

Wenn man mit Erfolg traden möchte, dann braucht man einen Plan. In diesem Plan sollte die eigene Methodik möglichst detailliert beschrieben sein. Dabei sollte die eigene Methodik eine systematische Vorgehensweise beschreiben, die einem in irgendeiner Art und Weise einen statistischen Vorteil verschafft. Der Trading-Plan sollte z. B. folgende Punkte enthalten: Strategie (Ein- und Ausstiegskriterien), Risiko-Management (Stopps), Money-Management (Positionsgröße) und Selbst-Management. Wenn man keinen Trading-Plan hat, dann hat man damit bereits eine Quelle für Trading-Fehler identifiziert. Erfolgreiches Trading braucht Struktur in der Vorgehensweise, ansonsten sinken die Erfolgswahrscheinlichkeiten rapide. Aber auch, wenn man einen Trading-Plan hat, dann braucht man eine eiserne Disziplin sich auch an diesen zu halten. Häufig mangelt es aber genau an dieser Disziplin, womit man wiederrum eine weitere Quelle für Trading-Fehler identifiziert hat. Diesen Punkt muß man aber etwas differenziert betrachten. Wenn es einem Trader nicht gelingt, seinen Trading-Plan konsequent umzusetzen, dann kann das auch daran liegen, daß die im Plan beschriebene Strategie nicht zur Persönlichkeit paßt. Vielleicht ist es der Markt, vielleicht die Zeitebene, was auch immer - man muß sich darüber Klarheit verschaffen. Dafür braucht es einfach Zeit.

Wenn man aber einen Trading-Plan hat, der mit der eigenen Persönlichkeit harmoniert und der einem einen statistischen Vorteil verschafft, dann kann man damit auch Trading-Fehler eindeutig erkennen und dementsprechend an deren Behebung arbeiten.

Man stelle sich folgende Fälle vor:

Fall 1: Das System liefert ein Einstiegs-Signal

Nr. Mögliche Handlungsweise Ergebnis
Fehler
1. Man macht den Trade und der Trade stellt sich als profitabel heraus. Gewinn nein
2.
Man macht den Trade und der Trade stellt sich als Verlusttrade dar. Verlust
nein
3.
Man macht den Trade nicht und der Trade wäre profitabel gewesen. -
ja
4.
Man macht den Trade nicht und der Trade wäre ein Verlusttrade geworden. -
ja

Fall 2: Das System liefert kein Einstiegs-Signal

Nr.
Mögliche Handlungsweise
Ergebnis Fehler
1. Man tradet nicht.
-
nein
2.
Man tradet auch ohne Signal.
Gewinn ja
3.
Man tradet auch ohne Signal. Verlust
ja

Die beiden Tabellen sollen verdeutlichen, dass immer dann ein Trading-Fehler auftritt, wenn man von seinem eigenen Trading-Plan abweicht. Dabei ist es völlig egal, ob man nun mit einem Trade einen Gewinn oder einen Verlust einfährt. Auch wenn man das beste Trading-System der Welt besitzt, heißt das noch lange nicht, dass man dieses auch gewinnbringend umsetzen kann. Die Schwierigkeit bei jedem System ist, dass man sich so genau wie möglich daran halten können muss. Ansonsten verändert man die statistische Wahrscheinlichkeit des Systems, und dann liegt die Wahrscheinlichkeit nicht mehr unbedingt auf der Seite des jeweiligen Traders.

Daraus läßt sich folgende Grundregel ableiten: Solange man sich an den eigenen Trading-Plan hält, kann man keine Trading-Fehler machen.

Die einzigen Fehler, die man überhaupt machen kann, sind:

Man hat überhaupt keinen Trading-Plan, oder man hat zwar einen Trading-Plan, kann diesen aber nicht mit der nötigen Disziplin umsetzen!

Egal, welches System man auch einsetzen möchte, kein System ist perfekt. Jedes System wird im Laufe der Zeit mehr oder weniger große Drawdowns aufweisen. Klar, man kann das System wechseln, aber was gibt einem die Sicherheit, dass das neue System besser funktioniert, als das bisherige System. Möglicherweise wechseln man ausgerechnet dann das System, wenn es gerade wieder in eine längere Gewinnphase laufen würde. Trading ist Statistik in Aktion. Wenn man von System zu System wechselt, dann wird man das jeweilige System nie richtig kennenlernen, denn ob ein System funktioniert oder nicht, zeigt sich erst über einen längerem Zeitraum hinweg.

Disziplin beim Trading bedeutet die korrekte Umsetzung des eigenen Trading-Plans, bzw. Trading-Systems. Dies erfordert ein hohes Maß an Selbstkontrolle. Als Trader muss man wissen was man tut, und warum man etwas tut. Das erfordert ständige Selbstreflexion. Am besten kann man dies erreichen, indem man seine Trades und sich selbst regelmäßig bewertet. Als Trader sollte man Buch führen über alle Trades, aber auch über  den Zustand des Marktes und die eigenen Stimmungen während des Tradings - Stichwort: Tradingtagebuch. Dies alles sollte man aber immer in einer positiven und konstruktiven Art und Weise durchführen. Man sollte dabei ehrlich zu sich selbst sein, aber immer in einem positiven Kontext. Wenn man einen Trading-Fehler erkannt hat, dann sollte man diesen möglichst noch am selben Tag beheben. Jeder Trading-Fehler ist eine Lernerfahrung. Man lernt aus dem jeweiligen Fehler und behebt diesen. Dabei ist es wichtig, dass man Fehler mit einer positiven Einstellung angeht. Man sollte dabei sinngewäß zu sich selbst sagen: "Gut, hier lief etwas falsch, was ist genau passiert? Was kann ich daraus lernen und wie kann ich es beim nächsten Mal besser machen?". Man sollte seine Fähigkeiten der Selbstreflexion ausbauen, und sich selbst und das eigene Handeln aus der externen Sicht eines Trading-Coach betrachten. Dabei sollte man nett sein zu sich selbst!

 

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 02. Mai 2010 um 09:06 Uhr  

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