Schlüsselfaktoren für erfolgreiches Trading
Das Trading, und vor allem das diskretionäre Trading, ist eine sehr individuelle Angelegenheit, die auf die Persönlichkeit des jeweiligen Traders abgestimmt sein muß. Was bei dem einen Trader funktioniert, muß nicht zwangsläufig auch bei anderen Tradern funktionieren. Aber gewisse grundlegende Faktoren für erfolgreiches Trading lassen sich schon identifizieren:
- Courage
- Risikobereitschaft
- Risikokontrolle
- Money-Management
- Konstante Umsetzung der eigenen Methodik
- Durchschnittlich höhere Gewinne als Verluste ("Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen")
- Fokussierung auf die Marktstrukturen
- Mentale Selbstkontrolle
Courage
Als Trader braucht man eine gewisse Portion Mut und Selbstvertrauen, um sich dem täglichen Tradingalltag immer wieder neu zu stellen. Idealerweise sollte man die Herausforderungen des täglichen Tradings lieben bzw. zu lieben lernen und keine Angst vor Verlusten haben.
Risikobereitschaft
Grundsätzlich sollte man auch die Bereitschaft zum Risiko mitbringen. Jeder Trade birgt zwar das Potential eines Gewinns, aber eben auch das Risiko eines Verlustes. Damit das Ganze nicht zum Albtraum ausartet, sollten man auf jeden Fall die nächsten beiden Punkte beachten.
Risikokontrolle
Man kann nicht gewinnen, wenn man dem täglichen Geschehen nur zusieht. Um zu gewinnen muß man also zwangsläufig eine Position eröffnen, und das bedeutet immer auch ein Risiko einzugehen. Man kann aber nie wissen, wie sich der jeweilige Trade entwickeln wird. Alles was man hat, und was man je haben wird, ist eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die eine oder andere Entwicklung. Man kann aber bei jedem Trade die Höhe des Risikos kontrollieren. Daher sollte man das Risiko durch den Einsatz von Stop-Loss Aufträgen begrenzen.
Money-Management
Beim Money-Management geht es um die Höhe des eingesetzten Kapitals in Bezug auf die Größe des Depots. Als Trader sollte man keine Risiken eingehen, die das Depot vernichten könnten. Der Kapitalschutz sollte oberste Priorität haben. Insofern sollte also immer nur ein bestimmter Anteil des Depots riskiert werden. Die meisten Empfehlungen liegen so zwischen 0,5% und 3% der Depotgröße.
Konstante Umsetzung der eigenen Methodik
Als Trader sollte man einen Trading-Stil wählen, der zur eigenen Persönlichkeit paßt. Wenn man einen Trading-Stil kopiert, der nicht mit der eigenen Persönlichkeit harmoniert, läuft man Gefahr, sich selbst ständig unbewußt zu sabotieren. Man sollte also nach einer Methodik suchen, bei der man sich gut fühlt, und bei der man natürlich auch positive Ergebnisse generieren kann. Das geht natürlich nicht über Nacht und braucht sehr viel Zeit. Damit man während dieser Probier- und Studierphase sein Kapital nicht verliert, sollte man sich auf Papertrading oder auf das Trading mit nur sehr geringem Kapitaleinsatz beschränken. Erst wenn man im Kleinen erfolgreich ist, kann man langsam daran gehen, das monetäre Ergebnis zu steigern. Hat man erst einmal seine eigene individuelle Methodik gefunden, mit der man gut zurecht kommt, dann geht es nur noch darum, die eigene Methodik konstant anzuzwenden, auch wenn zwischendurch immer wieder einmal Verluste auftreten. Das ist ganz normal.
Bei meinem eigenen Trading ist es gerade am Anfang häufig passiert, dass ich zwei oder dreimal hintereinander ausgestoppt wurde. Danach war ich verärgert und verstimmt und habe mit der Umsetzung meiner Methodik ausgesetzt. Und genau der nächste Trade wäre aber dann ein voller Erfolg geworden.
Durchschnittlich höhere Gewinne als Verluste
Der weithin geläufige Spruch "Laß Gewinne laufen und begrenze deine Verluste!" ist tatsächlich eine der wichtigsten Trading-Regeln, die es gibt. Über längere Zeitperioden kann man nur gewinnen, wenn die durchschnittlichen Gewinner größer als die durchschnittlichen Verlierer sind. Man sollte deshalb alle Trades ausführlich dokumentieren und die statistischen Kennzahlen kontrollieren.
Fokussierung auf die Marktstrukturen
Mit dem Begriff Geld sind häufig starke Emotionen verknüpft. Diese sollte man aber beim Trading meiden. Klar, beim Trading geht es letzten Endes ums Geld. Aber während des Tradings ist es besser, sich auf die Marktstrukturen, also die reine Markttechnik zu konzentrieren. Dabei geht es dann eher um folgende Fragen: Ist der Markt im Trend? Habe ich meine Signale korrekt umgesetzt? Habe ich meine Stopps korrekt plaziert? Habe ich meine Methodik wie geplant umgesetzt?
Das monetäre Ergebnis kann man nach dem Trading kontrollieren.
Mentale Selbstkontrolle
Das ist einer der wichtigsten Punkte beim diskretionären Trading. Vor allem Verluste in Folge können der Psyche ganz schön zusetzen und die Emotionen schnell hochkochen lassen. Die kann man aber beim Trading absolut nicht gebrauchen. Natürlich werden die Emotionen immer vorhanden sein, aber sie dürfen nicht das eigene Handeln bestimmen.
Es genügt nicht, sich nur gute Vorsätze zu setzen. Das liegt an der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Die Emotionen haben sozusagen immer die schnelleren Leitungen. Man kann zwar rational handeln wollen, aber wenn die Emotionen hochkochen, wird man immer emotional handeln, oder zumindest sehr stark von den eigenen Emotionen beeinflusst werden.
Man muß also dafür sorgen, dass man die Emotionen möglichst nicht hochkochen läßt. Eine Möglichkeit ist z. B. die Verringerung der Positionsgröße. Andere Möglichkeiten wären z. B. Meditation, positive Affirmationen, Selbst-Suggestion, Erarbeitung von positiven Glaubenssätzen, Visualisierung, ...
Letzten Endes ist alles eine Frage der Übung. Praxis, Praxis, Praxis ...
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